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Mundartliches

Gerade vom Übersetzungssymposium in Manhattan, Kansas, zurück, las ich bei Mario Sixtus eine Meldung über die Löschung der Marke „Explorer“. Offensichtlich hat das Bundespatentgericht (BPatG) per Beschluß den jahrelangen Streitigkeiten um die deutsche Marke „Explorer“ der Symicron GmbH aus Ratingen ein Ende gesetzt und damit die Löschung der Marke durch das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) bestätigt. Im Artikel hieß es auch: „Zum Beleg verwiesen die Richter unter anderem auf einen Eintrag in der Online-Enzyklopädie Wikipedia.“

Als ich daraufhin bei Wikipedia nachschaute, fiel mir auf, daß es die Enzyklopädie in zahlreichen Sprachen, darunter auch in den Versionen „Plattdüütsch“ und „Elsässisch“ gibt. Kostprobe auf Elsässisch: „Wilkumme uf em elsässische Wikipedia, e frei un allgmeini enzyklopädie … Wenn er proviere welle, wie s’geht, genn do anne.“ Auf Plattdüütsch: „Wikipedia is een friee Nokieksel, wo jedereen an mitwerken kann. Man to! Schriew rin, wenn du wat weest.“

Das große Problem mit den Mundarten ist die Schreibweise. Als ich vor vielen Jahren den Band „Em Asterix sei groosi Tuur“ zur Hand nahm, fand ich es äußerst schwierig, das Saarländische zu lesen – und nicht nur, weil moselfränkisch und rheinfränkisch gemischt waren. Der berühmte Asterix-Prolog sieht „uff Saarlännisch“ folgerndermaßen aus:

“Schdellder vòòr, mer wääre im Jòhr 50 v. Chr. Gans Galje iss vun de Reemer beseddsd. Beinäggschd. Weil in soome glääne Därfsche am Golleschdään dòò lääwe noch e paar schdolse Galjer, denne wo nidd beisekumme iss. Die reemische Leschjonnääre, wo in ihre Kaschdelle vun Bliskastellum unn Hunnorincum unn Pepicum unn Graesaubacchum hugge, hann em Deiwel sei Huddel mid denne gallische Gluddskäbb.”

Aus diesem Schriftbild das entsprechende Lautbild aufzubauen, ist nicht einfach.

Der Asterix-Band, der im Original „L’odyssée d’Astérix“ heißt, ist übrigens auch noch in anderen Mundarten (und auf Hochdeutsch) erhältlich: „Asterix und Obelix – Die Odyssee (Hochdeutsch), „De törn för nix“ (Plattdeutsch) und „Asterix und Obelix uf Irrwäge“ (Schwyzerdütsch).

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