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„Staatlich verordnete Legasthenie“

Rückkehr zur „klassischen“ Rechtschreibung nun auch bei Springer und beim Spiegel. Da ist ja noch Hoffnung. Das schlimmste Resultat der neuen Rechtschreibung war ja die totale Unsicherheit darüber, wie nun was wirklich richtig geschrieben wird. Ich habe mich bis heute an die klassischen Regeln gehalten und meine Dateien dann eben mit diverser Software umgewandelt. Das hieß zwar, daß ich von meinen Texten jeweils zwei Versionen anlegen mußte, dafür war ich mir aber zumindest bei der klassischen Rechtschreibung einigermaßen sicher.

Laut Bild online begründen Dr. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, und Stefan Aust, Chefredakteur des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, ihre Entscheidung unter anderem so: „Sechs Jahre nach Einführung der neuen Rechtschreibung müssen wir alle ein erschreckendes Fazit ziehen. In der täglichen Erprobung ist die Reform gescheitert. Die Situation verschlimmert sich, die Konfusion wird größer … Aus Verantwortung für die nachfolgenden Generationen empfehlen wir auch anderen die Beendigung der staatlich verordneten Legasthenie und die Rückkehr zur klassischen deutschen Rechtschreibung.“

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2 Responses to “„Staatlich verordnete Legasthenie“”

  1. Ja, aber wird das mit der Legasthenie denn nun besser? Ich denke nicht. Ich denke, dieser Schritt wird nur noch mehr verwirren. Mal wieder Geld aus dem Fenster rausgeschmissen…

  2. Michael says:

    Per Edikt ist das wohl nicht wieder hinzukriegen, und die Sache mit den 9 Kommaregeln statt der alten 52 ist auch nur ein roter Hering. Da picken sich Übersetzer und Marketingleute ihre eigenen, unterschiedlichen Schreibweisen zusammen, manche Kunden verlangen strikt die klassische Rechtschreibung, wo zuvor der Duden eindeutig das letzte Wort hatte, ist es nun oft eine Auswahl an letzten Wörtern, und bei den einzelnen Korrekturstufen eines Projekts weiß keiner mehr, mit welcher Elle jetzt eigentlich gemessen wird.

    Natürlich ist das Geld zum Fenster rausgeschmissen – wie auch schon die Einführung der NDR Geld zum Fenster rausgeschmissen war. Und heute hat z.B. Michael Metzger auf der Liste der German Language Division von ATA seinem Frust Luft gemacht, und ich kann das gut verstehen, denn für ihn in seinem Job stehen da sicher Zigtausende von Druckseiten auf dem Spiel. Doch was ist die Alternative? Schrecken ohne Ende?

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