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Wer, wessen, wem, wen?

Zeit-Interview mit Harry Rowohlt zu dessen 60. Geburtstag am kommenden Sonntag.

ZEIT: Weltliteratur gibt es nur dank der Übersetzer.

Rowohlt: Schon klar. Dank den Übersetzern. Dank und trotz regieren beide den Dativ. Außer bei Ente Lippens.

Rowohlt: Neulich fragte eine Journalistin: »Sind Ihre Übersetzungen eigentlich autobiografisch?« Das war natürlich völlig berechtigt, weil man im Laufe eines Lebens einen gewissen Wortschatz anspart, mit dem man dann als Übersetzer arbeitet.

ZEIT: Tragen Sie auch in den anderen deutschsprachigen Ländern vor?

Rowohlt: Na klar. Das Südlichste, was ich bisher hatte, war Bozen. Da habe ich gesagt: »Nach Süden wäre die nächste Etappe erst wieder Windhuk.« Die waren stinksauer.

Rowohlt: Vor zwei Jahren, bei Ausbruch des zweiten Irak-Krieges, wurde mir immer nicht die Frage gestellt: »Sind Sie eigentlich antiamerikanisch?« Dann hat das eine Kollegin vom WDR doch endlich gemacht. Und ich hab gesagt: »Ich — antiamerikanisch?? Ich hab geweint, als Winnetou starb!«

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