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Eselsbrücken

Eben las ich drüben im Sprachblog von Ines Balcik, daß „nähmlich“ laut Google immer noch eine häufige Schreibvariante ist – trotz des Sprüchleins, das wohl alle irgendwann einmal gelernt haben:

Wer nämlich mit h schreibt, ist dämlich.

Es ist schon erstaunlich, wie tief solche Eselsbrücken sitzen. Obwohl es jetzt schon viele Jahrzehnte her ist, erinnere ich mich noch an eine ganze Reihe. Für Französisch zum Beispiel:

Auf der Oder schwimmt kein Graf

Oder für Latein:

A, ab, e, ex und de, cum und sine, pro und prae
(erfordern den Ablativ)

Domus, manus, tribus, porticus und idus
(sind in der u-Deklination feminin)

Begierig, kundig, eingedenk, teilhaftig, mächtig, voll regieren stets den Genitiv, was man sich merken soll.

Unus, solus, totus, ullus, uter, alter, neuter, nullus, alius erfordern alle -ius in dem zweiten Falle (für nichtdeutsche Leser: das ist der Genitiv) und im Dativ enden sie alle auf ein langes i.

Ich bin sicher, daß es noch mehr gibt. Ich erinnere mich zum Beispiel an eine (weitere lateinische) Eselsbrücke, die mit „Ante, apud, ad, adversum“ beginnt und zur Melodie der deutschen Nationalhymne gesungen werden kann. Aber da verlassen sie mich. Ebensowenig erinnere ich mich an Eselsbrücken aus anderen Fachgebieten.

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