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Werben, wie sie daherreden

Englisch ist die beliebteste Sprache deutscher Reklame-Profis. Doch nicht einmal mehr die Hälfte der Kunden versteht noch den Sinn der Botschaften. Wie der Spiegel berichtete, wurden die meisten der untersuchten englischsprachigen Werbebotschaften gar nicht oder bisweilen total falsch verstanden. Und das immerhin von 1104 repräsentativ ausgewählten 14- bis 49-Jährigen, deren Muttersprache Deutsch ist.

Normalerweise ist dieser Teil der Bevölkerung der Stolz jedes zielgruppenfixierten Werbers. Doch selbst den McDonald’s-Klassiker „Every time a good time“ konnten nur 59 Prozent korrekt übersetzen. Unter „Drive alive“ (Mitsubishi) verstanden lediglich 18 Prozent „lebendiges Fahren“. Manche fühlten sich eher angehalten, die Fahrt bitte schön zu überleben. Zwar verstand nicht einmal jeder Fünfte, dass die Audi-Botschaft „Driven by instinct“ so viel heißt wie „Angetrieben vom Instinkt“. Dennoch fand die Mehrheit den Spruch gut. Irgendwie. Gefühlsmäßig.

Aber klingt ein „Job Center“ nicht auch viel angenehmer als ein Arbeitsamt, erst recht, wenn man durch „Job Floater“ ins Erwerbsleben zurückgespült wird? Was ist eine Falten-Paste gegen die „Anti Aging Skin Soothing Lotion“ und ein schnödes Ortsgespräch gegen den „City Call“? Selbst die Berliner Müllabfuhr irrlichterte bereits: „We kehr for you“, wenngleich bezweifelt werden darf, dass sich die Kundschaft den Sprachwitz auf der Zunge zergehen lässt.

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